Der Rhein ist meine ursprüngliche Heimat. Ich kenne dieses Fluß seit mehr als sechs Jahrzehnten und ich fühle mich heimatlos, wenn ich woanders leben muss. Da wo der Rhein mit einem Tagesausflug erreichbar ist, bin ich Zuhause.
Ich habe an anderer Stelle bereits geschrieben, dass ich den Rhein am Geruch erkennen kann. Die Luft wird etwas kühler, feuchter und leicht moderig, wenn man sich ihm nähert. Heute habe ich ihn noch einmal besucht. Zwischen Bingen und Kaub.
Und ich habe gelernt, dass ich nun auch noch zwei Zustände am Geruch erkennen kann:
Wenn es zusätzlich zu dem oben beschriebenen auch noch ein Wenig nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff) riecht, dann wurden kleine Seitenarme oder Kolke von der Frischwasserzufuhr abgeschnitten, das Wasser hat sich erwärmt und durch die sich anreichernden Nährstoffe in dem immer weiter verdunstenden Restwasser hat eine Algenblüte eingesetzt.
Riecht der Moder jedoch eher trocken, dringt einem Staub in die Augen und knirscht zwischen den Zähnen, dann liegen größere Flachwasserbereiche schon seit längerer Zeit trocken. Da leben jetzt nicht mal mehr Algen oder Bakterien.
Von den hydrologischen Konsequenzen für die mit dem Rhein kommunizierenden Trinkwasseraquifere will ich gar nicht erst anfangen. Oder von den wirtschaftlichen Folgen der sinkenden Transportkapazitäten. Oder von den ökologischen Folgen für die Tiere im Rhein.
Das kann nicht gut sein.
