Samstag, 15. Oktober 2022

Schöne Ferien.

Ich will nicht maulen und auch nicht undankbar sein wegen meines Berufs. Ich liebe meinen Job und ich wollte und will niemals etwas Anderes machen.

Aber Ferien sehen bei mir heute so aus: Ich muss drei vierstündige Abiturklausuren mit Erwartungshorizonten aufsetzen, um sie in Mainz einzureichen. Dazu eine vierte Klausur gleichen Kalibers, die der Kurs kurz nach den Ferien schreibt. Außerdem habe ich noch 10 (in Worten: zehn) H.Ü.s herumliegen, die noch korrigiert werden müssen. Also nicht zehn Stück, sondern zehn Klassensätze. Meine Nachbarn werden vermutlich glauben, ich löse Kreuzworträtsel, wenn ich auf dem Balkon sitze.

Schöne Ferien.

Sonntag, 2. Oktober 2022

Ja, ich weiß:

Die Böden sind bis in mehrere Meter Tiefe ausgetrocknet und brauchen Wasser. Habe ich selber oft genug gepredigt. Ich sollte also über das regnerische Wetter mehr als dankbar sein.

Aber langsam aber sicher schlägt mir das ununterbrochene Prasseln aufs Gemüt. Es ist kalt, es ist klamm und ich friere. Die Heizung will ich angesichts der Weltlage nicht einschalten, also sitze ich im dicken Wollpullover an meinem Schreibtisch und friere. Wer mich kennt weiß, wie absurd das ist.

Das eigentlich Frustrierende für mich ist jedoch nicht die Notwendigkeit, Kälte zu ertragen: Ich habe eben meine Superkraft verloren. Ich kann mich nicht erinnern, in den letzten 40 Jahren Kälte überhaupt wahrgenommen zu haben. Als Sechzehnjähriger bin ich mit dem Mokick bei -20°C in die Schule gefahren. Der Weg dauerte wegen einer Rheinüberquerung mit einer Fähre fast eine Stunde. Was das mit dem Körper eines schlaksigen, dünnen jungen Mannes macht, vermag ich nicht zu erklären. Damals habe ich gelernt, Kälte zu ignorieren. Ich friere nicht. So steht es geschrieben und "frieren" kommt in meinem Verhaltensrepertoire gar nicht vor.
Ich bin gerade echt irritiert.

Mittwoch, 24. August 2022

Magisch

Das war ein magischer Augenblick auf dem CSD: Hinter einem Musikwagen tanzte eine große Traube aus ganz jungen Leuten. Jedesmal, wenn der Refrain des Songs an der Reihe war, sangen alle laut jubelnd mit und schlagartig waren alle Arme mit den Fähnchen in der Luft. Man spürte förmlich, wie glücklich alle waren. Ich hatte Tränen der Rührung in den Augen.