Sonntag, 9. August 2026

Das ist nicht gut.

Das kann nicht gut sein!

Der Rhein ist meine ursprüngliche Heimat. Ich kenne dieses Fluß seit mehr als sechs Jahrzehnten und ich fühle mich heimatlos, wenn ich woanders leben muss. Da wo der Rhein mit einem Tagesausflug erreichbar ist, bin ich Zuhause.

Ich habe an anderer Stelle bereits geschrieben, dass ich den Rhein am Geruch erkennen kann.  Die Luft wird etwas kühler, feuchter und leicht moderig, wenn man sich ihm nähert. Heute habe ich ihn noch einmal besucht. Zwischen Bingen und Kaub. 

Und ich habe gelernt, dass ich nun auch noch zwei Zustände am Geruch erkennen kann:

Wenn es zusätzlich zu dem oben beschriebenen auch noch ein Wenig nach faulen Eiern (Schwefelwasserstoff) riecht, dann wurden kleine Seitenarme oder Kolke von der Frischwasserzufuhr abgeschnitten, das Wasser hat sich erwärmt und durch die sich anreichernden Nährstoffe in dem immer weiter verdunstenden Restwasser hat eine Algenblüte eingesetzt.

Riecht der Moder jedoch eher trocken, dringt einem Staub in die Augen und knirscht zwischen den Zähnen, dann liegen größere Flachwasserbereiche schon seit längerer Zeit trocken. Da leben jetzt nicht mal mehr Algen oder Bakterien.

Von den hydrologischen Konsequenzen für die mit dem Rhein kommunizierenden Trinkwasseraquifere will ich gar nicht erst anfangen. Oder von den wirtschaftlichen Folgen der sinkenden Transportkapazitäten. Oder von den ökologischen Folgen für die Tiere im Rhein.

Das kann nicht gut sein. 

Donnerstag, 9. Juli 2026

Krankmeldungen

Ich weiß nicht, wie oft ich als Vertretungsplaner meiner Schule Kolleg*innen nach Hause geschickt habe mit den Worten: "Kurier' dich erst einmal aus, bevor du hier ganze Klassen und deine Kollegen ansteckst!". Ich habe nicht gezählt, wie oft ich meine Kolleg*innen mit den Worten "Ich will deine Erkältung nicht!" aus meinem Büro verscheucht habe. 

Nach über zwanzig Jahren in dieser Position hatte ich die meisten von ihnen endlich so weit, dass sie bei hochrotzender Erkältung zuhause bleiben, sich zwei Tage lang auskurieren und erst wieder in die Schule kommen, wenn sie wieder gesund sind. Und siehe da: Die katastrophalen Erkältungswellen mit massenweisem Unterrichtsausfall blieben aus. 

Und jetzt dieser Amateurscheiß!

Meine Kolleg*innen werden wieder, wie früher, mit dem Kopf unter dem Arm in die Schule kommen, sich gegenseitig anstecken und ihre Stimmbänder ruinieren. ODER sie gehen am ersten Tag einer Erkrankung zum Arzt, hängen da stundenlang niesend und schneuzend im Wartezimmer ab und verbreiten Bakterien und Viren auf diese Weise.

Welcher Depp hat sich denn das ausgedacht?

Dienstag, 7. Juli 2026

Baccara

Ich war erst 15 Jahre alt. Die Hormone standen mir bis zum Scheitel - Notgeilheit vorprogrammiert. Und dann tauchten diese beiden entzückenden Spanierinnen leicht bekleidet in den Charts auf und stöhnten sich schlüpfrig erst in unsere Herzen und dann in unsere Hosen. Mit ihrem goldigen spanischen Akzent hauchten sie uns das dringende Bedürfnis ins Ohr, die Nacht mit uns durchzutanzen. Wir waren ihnen stets dankbar dafür.

Sie bedienten genau diese Notgeilheit.

Ein durchschaubares Konzept der Plattenindustrie, möchte man meinen. Irgendwie billig. War es auch.

Aber durch diesen wunderbaren Film werden sie nachträglich geadelt. 

Heute würde ich für die Zwei auf dem Tisch tanzen und applaudieren bis zum Umfallen.

P.S.: Wie schlüpfrig der Titel wirklich ist, ist mir erst jetzt aufgefallen. Wissen Sie was? Ich glaube, in dem Song ging es überhaupt nicht um Tanzen.